Nach dem krönenden Abschluss der Bewerbs-Saison im Zwettler Bezirk, bei dem beide Wanderpreis in der Wertung ohne Alterspunkte gewonnen werden konnten, machte sich die Bewerbsgruppe Scheideldorf voller Hoffnung auf zum Landesfeuerwehrleistungsbewerb in Mank. 

 

Da sich die Wettkämpfer auch für den diesjährigen Fire-Cup qualifiziert hatten, wollte man nicht schon morgens in Mank sein, um nicht den ganzen Tag in der Hitze warten zu müssen. Um aber auf der anderen Seite auch keinen Stress zu bekommen, wurde um 11:00 Uhr in Scheideldorf weg gefahren, so dass man gegen 13:00 Uhr - als nicht mehr so ein großer Andrang herrschte - bei der Passkontrolle war. 

Auch hier wurde man nicht lange aufgehalten und so konnten die Wettkämpfer bald auf der Bewerbsbahn in folgender Besetzung für Bronze A einmarschieren.

GK Manfred Rabl  
MA René Hartner ME Stefan Kampf
ATF Andreas Stocklasser ATM Simon Lindtner
WTF Reinhard Binder WTM Christoph Hartner
STF Jürgen Kaburek STF Michael Hochleitner

Aufgrund der knapp 30 Grad, die es am Samstag hatte, war der ganze Bewerb eine schweißtreibende Angelegenheit und mit den feuchten Händen war es mitunter schwierig, die gewohnte Leistung zu erbringen. Auch der Maschinist der FF Scheideldorf hatte Probleme und konnte gerade noch verhindern, dass ihm der Saugkopf aus den Händen rutscht. Dadurch war der Fluss beim Kuppeln etwas durcheinander gebracht und auch das Ansaugen klappte nicht einwandfrei. Zum Glück lief es beim Angriff besser und so konnte der Schlauchtruppführer die Zeit bei 34,25 Sekunden stoppen.

Da man wusste, dass mit dieser Zeit die Qualifikation für den Bundesbewerb 2016 in Kapfenberg so gut wie sicher ist, machte man sich auf zum Staffellauf. 

Wie schon im Vorjahr wollte man natürlich auch heuer wieder bei den schnellsten Staffellauf-Zeiten dabei sein. Der Start klappte nicht schlecht und nach 2 Übergaben kämpfte man mit einer zweiten Gruppe um die führende Position. Nachdem der Angriffstruppmann das Strahlrohr übernommen hatte, konnte dieser sich zwar anfangs absetzen, doch plötzlich sah man, wie er kurz einknickte und sich mit schmerz verzerrten Gesicht an den Oberschenkel griff. Er biss jedoch die Zähne zusammen und übergab das Strahlrohr an den Wassertrupp, ohne großartig viel Zeit verloren zu haben. Die nächsten Läufer konnten das Ihrige dazu beitragen, dass man im Ziel vorne lag und mit 51,39 Sekunden eine sehr gute Staffellaufzeit errungen hatte. 

 

Simon Lindtner, der Angriffstruppmann konnte noch von der Laufbahn humpeln, ließ sich dann aber sofort ins Gras fallen. Ein geschwollenes Knie war klares Anzeichen für seine Verletzung. Nach kurzer Beratschlagung, ob es sinnvoll wäre den Feuerwehr-Medizinischen-Dienst aufzusuchen entschied man sich gegen diese Option, da man sich kurzfristig keine Abhilfe erwartete. Einer schmerzstillenden Salbe, die einige Kameraden durch die letzten Wettkampfwochen begleitet hatte, schaffte kurzfristige Linderung der Schmerzen.

 

Mit ihrem humpelnden Kameraden machten sich die Scheideldorfer Floriani-Jünger auf, um in Silber an den Start zu gehen. Für FM Lindtner hieß es beim zweiten Antreten die Zähne entsprechend zusammen zu beißen.

 

Nach dem Vorbereiten der Gerätschaften ging es ans Ziehen der Positionen. Da Gruppenkommandant und Melder von den ersten beiden Kameraden aufgedeckt wurden, fürchtete die Bewerbsgruppe, dass der Verletzte eine "Läufer-Position" bekommen würde. Zum Glück zog er aber die Position des Maschinisten, welche trotz des Handicaps als machbare Aufgabe erschien. 

Folgende Positionen wurden in Silber A gezogen:

GK Michael Hochleitner  
MA Simon Lindtner ME Andreas Stocklasser
ATF Jürgen Kaburek ATM Reinhard Binder
WTF Christoph Hartner WTM René Hartner
STF Manfred Rabl STM Stefan Kampf

 

Abgesehen vom Sturz des Angriffstruppfüherers beim Verteiler erfolgten alle anderen Vorgänge problemlos und die Zeit wurde mit 37,99 Sekunden gestoppt. Wie in Bronze blieb man auch hier fehlerfrei.
Im Staffellauf war klar, dass der Verletzte aussetzen musste. Nichtsdestotrotz gaben alle Läufer ihr Bestes und so war man mit 51,61 Sekunden nur wenig langsamer als in Bronze.

 

Zufrieden mit der Leistung, welche vielleicht sogar für einen Pokal reichen könnte machte man sich auf ins Festzelt, um eine kleine Stärkung zu sich zu nehmen. Anschließend wurde am Zeltplatz der FF Rothweinsdorf das Lager für die Nacht vorbereitet, ehe sich die Wettkämpfer wieder auf zum Bewerbsplatz machten, um für den Fire-Cup zu üben.

 

Der verletzte Simon Lindtner war in der Zwischenzeit im Sanitätszelt gewesen und bekam als Diagnose Muskelfaser-Riss. Klar war aber zweifelsohne, dass er seine Position als Angrifftruppmann nicht laufen kann. Aufgrund musste entsprechend umgestellt werden, so dass die Bewerbsgruppe der FF Scheideldorf in folgender Besetzung am Fire-Cup startete:

GK Simon Lindtner  
MA René Hartner ME Manfred Rabl
ATF Andreas Stocklasser ATM Stefan Kampf
WTF Reinhard Binder WTM Christoph Hartner
STF Jürgen Kaburek STM Michael Hochleitner

Obwohl das Ansaugen eine gefühlte Ewigkeit gedauert hatte, wurde die Zeit mit 34,23 Sekunden gestoppt - sogar um 2 Hundertstel schneller als beim Antreten in Bronze.

Nach dem Ausmarschieren musste man kurz warten, bis die vorangegangenen Gruppen den Staffellauf absolviert hatten, ehe die geplanten Positionen eingenommen werden konnten.     

Was dann kam, verlief nicht ganz nach Plan. Der Moderator des Fire-Cup verlautbarte über die Boxen "Wir starten den nächsten Löschangriff: Mein Kommando wird lauten: Auf die Plätze, los! Mein Kommando gilt: Auf die Plätze, los!" - Verwirrt über die Ankündigung des Löschangriffs mit dem darauffolgenden Startbefehl des Staffellaufs, nahm der Scheideldorfer Startläufer das am Boden liegenden Strahlrohr und begann zu laufen. Ungewiss über die Situation bremste er doch noch mal und blickte sich um, ob nicht doch der Angriff gestartet wurde und nur der falsche Befehl kam. Ein Bewerter, der auch verwirrt über das ganze Tohuwabohu war, rief ihm aber zu "lauf!" und somit setzte er den Staffellauf fort. Der Start war natürlich alles andere als optimal und somit hatte man gegen den Gegner gleich einen kleinen Rückstand. 

Die Übergaben liefen reibungslos und so übertrat der Zielläufer nach 53,41 Sekunden die Ziellinie.

Da man aufgrund der nicht idealen Kuppelleistung auf keinen Spitzenplatz hoffte, wollte man diese Startverwirrung auch nicht reklamieren, da beim Endresultat die 1-2 Sekunden Verzögerung keine wesentlichen Unterschied gemacht hätten. 

Endlich wich die Anspannung und zufrieden über 3 fehlerfrei Antritte bei diesem großen Bewerb verfolgte man die letzten Gruppen des Fire-Cups und wartete gemeinsam mit den angereisten Fans auf Siegerehrung. 

 

Nicht nur Scheideldorfer drückten der Wettkampfgruppe die Daumen; die befreundete Bewerbsgruppe der FF Rothweinsdorf hatte extra für Scheideldorf und Sankt. Marein ein Transparent gestaltet!

 

Schließlich ging es zur Siegerehrung und der Reihe nach kamen die Siegergruppenkommandanten auf die Bühne und bekamen von der Landesspitze der Feuerwehr und den Ehrengästen eine Urkunde überreicht. Als man zu den Top10-Plätzen kam wurde die Scheideldorfer Bewerbsgruppe immer gespannter, welche Platzierung wohl erreicht worden war. Als Platz 5 an die FF St. Marein ging, welche eine etwas langsamere Zeit als Scheideldorf hatte, freute man sich, dass man den 5. Platz von Fire-Cup 2009 nochmal verbessern konnte. Als auch Platz 4 nicht an Scheideldorf ging, konnte man es kaum glauben, dass man es unter die Top3 geschafft hatte. Alle Wettkämpfer jubelten lauthals, als der Sprecher Platz 3 für eine schnelle Gruppe aus dem Waldviertel ankündigte und Scheideldorf auf die Bühne bat!

Alle Wettkampfgruppenmitglieder bekamen eine Medaille und zusätzlich zur Urkunde auch ein gläsernes Andenken in Form einer Flamme!

 

Nach und nach wurde erst realisiert, dass man das beste Resultat einer Waldviertler Gruppe beim Fire-Cup überhaupt geschafft hatte. Zusammen mit den Fans, den befreundeten Bewerbsgruppen und auch den bekannten Bewertern wurde gefeiert und gejubelt. 

Auch viele "fremde" Bewerbsgruppen aus den anderen Waldviertler Bezirken gratulierten zu dieser Leistung. Von den anwesenden Bezirks- und Abschnittsfunktionären ließ es sich BR Sigi Ganser nicht nehmen, jedem Wettkämpfer persönlich zu diesem großen Erfolg zu gratulieren.

 

Ausgelassen feierte man bis in die frühen Morgenstunden, was man zum Glück schon beim Abschnittsbewerb in Großhaselbach und auch beim Bezirksfinale in Pehendorf ausgiebig geübt hatte.

 

Als man am nächsten Morgen nach dem Abbau des Zelts und nach dem Frühstück die ausgehängten Zettel mit dem Siegergruppen kontrollierte, konnte man auch die Startnummer "1916" finden, mit der man in Silber angetreten war. Die Hoffnung, dass es hier für einen Pokal reichen würde, hatte sich also erfüllt.

 

Aufgrund der großen Hitze versprach Landesfeuerwehrkommandant LBD Dietmar Fahrafellner die kürzeste Siegerehrung aller Zeiten und dieses Versprechen wurde auch gehalten. Nach einem Totengedenken für den im Bez. Gmünd nach dem Einsatz verstorbenen Feuerwehrkameraden hielt der Landeshauptmann eine kurzes Dankesrede über das Engagement der Feuerwehrleute. Darauf folgte bereits die Siegerverkündung.

FT René Hartner durfte den Pokal für den 8. Platz in Silber A mit 410,40 Punkten von Dr. Erwin Pröll und Landesfeuerwehrkommandant LBD Dietmar Fahrafellner in Empfang nehmen. Auch für ein Foto mit den Siegergruppen nahmen sich die Prominenz entsprechend Zeit. 

In Bronze A konnte mit 414,36 Punkten der 16. Platz erreicht werden. Zwar war das 1 Platz bzw. 0,2 Punkte hinter den Pokal-Rängen, aber dieser 16. Platz bedeutete, dass man 2016 wieder am Fire-Cup starten darf und auch die sichere Qualifikation für die Bundesfeuerwehrleistungsbewerbe 2016 in Kapfenberg.

Da sich dieses nahezu perfekte Ergebnis natürlich bis nach Hause herumgesprochen hatte, wurde entsprechende Vorbereitungen getroffen, um die Wettkampfgruppe würdig zu empfangen! Näheres folgt in einem separaten Bericht!