Bei herrlichem Wetter fand am Samstag in Scheideldorf der 33. Zwettler Bezirksfeuerwehrleistungsbewerb und der 33. Abschnittsfeuerwehrleistungsbewerb des Abschnitts Allentsteig statt.
Ca. 40 Gruppen aus den Bezirken Zwettl, Horn und Waidhofen waren angereist, um diesen Bewerb quasi als Generalprobe für die Landesbewerbe in Ternitz am kommenden Wochenende zu nutzen. Besonderes Highlight war zweifelsohne auch die elektronische Zeitnehmung beim Löschangriff, welche von der FF Raabs zur Verfügung gestellt wurde und das erste Mal im Zwettler Bezirk zum Einsatz kam.
Nach der Eröffnung um 13:00 Uhr kämpften die Gruppen auf den 4 Bewerbsbahnen und am Staffellauf für gute Leistungen.
Als eine der ersten Gruppen waren auch die Floriani-Jünger aus Scheideldorf am Start. Zumeist ist der Heimvorteil eher ein Nachteil und auch die gut 40 Einwohner, die "ihre" Bewerbsgruppe anfeuern wollten halfen nicht gerade gegen die Nervosität, welche sich bei den neuen Wettkampfgruppenmitgliedern breit machte. Trotzdem klappte alles perfekt und mit einer fehlerfreien Zeit von 33,57 Sekunden konnte man der Konkurrenz eine entsprechende Vorlage geben. Mit der Tagesbestzeit beim Staffellauf (54,00 Sekunden) konnte man sich gewiss sein, den hl. St. Florian Wanderpreis des Abschnitts Allentsteig in Bronze A nach Scheideldorf zu holen.
Doch auch auf Bezirksebene ist eine solche Zeit nicht zu unterschätzen, da es doch nur 4-5 Gruppen gibt, welche so eine schnelle Zeit bei einem Bewerb laufen können.
Germanns, der langjährige Konkurrent blieb beim Angriff knapp 2 Sekunden hinter den Scheideldorfern. Mannshalm wäre beim Angriff um knapp 3 Zehntel schneller gewesen, verlor beim Staffellauf aber über 9 Zehntel und musste leider auch noch 10 Fehler hinnehmen.
Als letzter Kontrahent in Bronze A blieb also nur noch die Bewerbsgruppe aus Moniholz - im Moment wohl die routinierteste und konstanteste Gruppe des Bezirks. Dies bewiesen sie auch gleich, da sie bis auf 2 Hundertstel an Zeit der Gastgeber herankamen. Aufgrund der schlechteren Staffellaufzeit blieben sie knapp 3 Punkte hinter Scheideldorf, konnten aber vor Großhaselbach 1 und Germanns den 2. Platz belegen.
Motiviert durch die gute Leistung in Bronze meldeten sich die Scheideldorfer Wettkämpfer gleich wieder für Silber A an. Schließlich waren die Wettkampfgruppenmitglieder auch organisatorisch beim Fest fix eingeteilt und wollten nach dem Antreten gleich wieder den Kameraden helfen.
In Silber wurden folgende Positionen gezogen:
| GK Michael Hochleitner | |
| MA Jürgen Kaburek | ME Simon Lindtner |
| ATF Mathias Etzler | ATM Manfred Rabl |
| WTF René Hartner | WTM Stefan Kampf |
| STF Christoph Hartner | STM Andreas Stocklasser |
In dieser Formation konnte eine Zeit von 39,86 erreicht werden, welche von keinem der oben genannten Konkurrenten erreicht werden konnte. Vielmehr gab es von ihnen sogar knapp anderthalb Stunden nach Bewerbseröffnung schon die Gratulation zum Gewinnen aller 4 ersten Platze inkl. Wanderpreise (Abschnitt + Bezirk, Bronze + Silber).
Obwohl man sich gerne mit dieser Situation anfreunden wollte, versuchte man doch am Boden der Tatsachen zu bleiben, denn speziell in Silber können einige Feuerwehren noch mit einer glücklichen Auslosung gefährlich werden.
Am späten Nachmittag war solch ein Fall dann auch eingetreten und die Gruppe Groß Gerungs 1 konnte mit einer um 6 Zehntelsekunden schnelleren Zeit die Stoppuhr abdrücken.
Wären die Scheideldorfer im Silber die gleiche Staffellaufzeit wie in Bronze gelaufen, wären sie eine Hunderstel Sekunde vor den Konkurrenten gewesen; da hier aber in Silber eine schlechtere Zeit gelaufen wurde, musste man sich mit dem 2. Platz in der Bezirkswertung begnügen.
Auf Abschnittsebene blieb natürlich der erste Platz und man konnte auch diesen Wanderpreis mit nach Haus nehmen - bzw. nachdem er ja in Scheideldorf überreicht wurde, ihn gleich hier behalten.
Die weiteren Plätze in Silber A gingen an die Gruppe Großhaselbach 1, gefolgt von Echsenbach 1.
In der B-Wertung mit Alterspunkten machte sich abermals die Dominanz der FF Gschwendt bemerkbar, welche sich sowohl in Bronze als auch in Silber von der Konkurrenz klar absetzen konnte. In Bronze gingen die weiteren Plätze an Bad Traunstein und Echsenbach 2; in Silber an Schwarzenau und Bad Traunstein.
In der Gästewertung konnte die Bewerbsgruppe aus St. Marein Bronze und Silber für sich entscheiden.
Abschließender Höhepunkt war der Parallelbewerb, bei welchem die FF Mannshalm in A eindrucksvoll ihr Können demonstrierte und mit der Tagesbestzeit von 32,74 Sekunden den Sieg erringen konnte. Die Plätze 2 und 3 gingen an die Bewerbsgruppen Moniholz und Merkenbrechts. Die B-Wertung ging abermals an die FF Gschwendt.
Da beim letzten Durchgang des Parallelbewerbs heftiger Regen einsetzte flüchteten die Gäste in den ScheidelDORFstadl. Nach 20 Minuten war das Gewitter aber vorbei, so dass die Siegerehrung im Freien abgehalten werden konnte. Obwohl die Ehrengäste versuchten, ihre Ansprachen kurz zu halten, reichte die Regenpause nicht aus, so dass am Ende der Siegerehrung sich wieder das Gewitter zu Wort meldete. Da bereits die Defilierung durchgeführt wurde, waren die Bewerber quasi aber schon am Weg ins Trockene.
Bis auf die Abschnittswanderpreise in der B-Wertung, welche von Echsenbach (Bronze B) und Schwarzenau (Silber B) zum 3. und endgültigen Mal gewonnen wurden, wechselten alle Wanderpreise ihre Besitzer, so dass es viel zu Feiern gab und "Die Langschläger" keine große Mühe hatten, für ordentlich Stimmung zu sorgen.
Am Rande sei hier noch die neue Zusammensetzung der Bewerbsgruppe erwähnt:
Gemäß dem Motto "neue Besen kehren gut" übergab mit Jahreswechsel der langjährige Gruppenkommandant Jürgen Kaburek an Christoph Hartner die Leitung der Bewerbsgruppe. Nicht unbedingt ein einfaches Unterfangen, denn nachdem Hermann Kampf, Roland Kaburek, Klaus Kaburek, Manfred Rabl und Harald Kohl quasi ihre Position in der Stammformation abgeben wollten, gab es entsprechende Lücken, die gefüllt werden mussten.
Zum Glück fand man mit Stefan Kampf, Simon Lindtner, Micheal Hochleitner und Andreas Stocklasser ein paar interessierte junge Feuerwehrmitglieder, die im Vorjahr schon erste Wettkampfluft geschnuppert hatten, bzw. im Jänner angelobt wurden.
Diese tiefgreifende "Personaländerung" machte eine komplette Umstrukturierung notwendig. Der Angriffstruppmann wurde zum Schlauchtruppführer, der Melder zum Angriffstruppführer, etliche Positionen wurden neu besetzt usw. Von 2011 auf 2012 blieb nur eine einzige Position gleich und so rechnete man damit, dass gut 2 Jahre vergehen würden, bis die neue Besetzung "erfolgreich" kuppeln würde.
Einen solchen Erfolg auf heimischen Boden zu erreichen, und das im ersten Jahr nach 4 Monaten üben mit vielen Höhen und Tiefen erscheint schier unglaublich. Nicht zuletzt ist hierfür sicher der neue Gruppenkommandant verantwortlich, der mit Unterstützung seines Vorgängers die Jugend integriert und die Positionen entsprechend den Fähigkeiten ausgezeichnet verteilt hat.