Am Samstag den 13.09.2008 war endlich der große Tag gekommen - die 10. Bundesfeuerwehrleistungsbewerbe im Wiener Ernst Happel Stadion, für die man sich Dank jahrelang konstant guter Leistungen qualifiziert hatte


Um rechtzeitig in der Bundeshauptstadt zu sein, war die Abfahrt auf halb 5 beim Feuerwehrhaus festgesetzt worden. Mit etwas Verspätung machte man sich dann im Morgengrauen auf den Weg zum Stadion, wo die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren liefen. Leider gab es bereits beim Antreten eine Verzögerung, sodass nicht wie geplant um 7:00 Uhr mit der Eröffnung begonnen werden konnt.

 

Gegen 7:40 wurde dann endlich mit dem Wagramer Grenadier-Marsch dargeboten von der Militärmusik Burgenland einmarschiert. Da bereits alle 355 Berwerbsgruppen anwesend sein mussten, wurde der Platz des Happel-Stadions nicht wie üblich nur von 22 Fussballspielern betreten, sondern von über 3000 Florianijüngern. In diesem Zuge kam es auch zum ersten Kennenlernen mit dem Rasenteppich, der extra für die Bewerbe angeschafft wurde und zum Schutz des Stadion-Rasens nicht nur fürs Kuppeln, sondern für den gesamten Angriff ausgelegt war. Auf jeder der 10 Bahnen nahmen die Gruppen eines Bundeslandes Aufstellung; auf der 10. Bahn die Gäste-Gruppen aus Deutschland und Italien.

Nach einigen kurzen Ansprachen, die leider am Spielfeld nur schwer zu verstehen waren, wurde mit dem 1. Durchgang begonnen. Nach 2-3 Durchgängen war die Abfolge zwischen Löschangriff, Staffellauf und dem jeweiligen Ein-/ und Aufmarschieren optimiert und so ging es zügig voran. Für die Besucher und die Bewerbsgruppen, die gerade Pause hatten, war vorm Stadion eine eindrucksvolle Ausstellung neuerster Feuerwehrgeräte. Neidlos muss man hier die gute Organisation durch die Stadt Wien und ihrer Berufsfeuerwehr erwähnen, die nicht nur den Bewerb, sondern auch ein entsprechendes Rahmenprogramm perfekt organisiert hat.

 

Gegen halb 10 waren dann auch die heimischen Schlachtenbummler aus Scheideldorf eingetroffen, die für eine entsprechende Unterstützung der Wettkampfgruppe sorgen wollten. Unter ihnen auch Abschnittskommandant BR Peter Stiegler, Unterabschnittskommandant HBI Lugauer und auch der 88-jährigen Ehrenkommandant EHBI Karl Kowatsch! Im Stadion waren zu dieser Zeit ca. 6000-8000 Zuseher.

Kurz vor 12 wurde es dann ernst. Nach einem lockeren Lauf zum Aufwärmen musste man antreten. Zusätzlich zur üblichen Prozedur wie Feuerwehr-Pass-Kontrolle und Abfragen des Geburtsdatums wurden hier auch noch das Schuhwerk kontrolliert, da nur mit knöchel-umschließenden Schuhen angetreten werden durfte.

Im Stadion wurden die 10 Gruppen am Rande der Staffellaufbahn angehalten, um nach dem Verbeilaufen der Staffelläufer gesammelt einzumarschieren. Dem Vorlesen des Namens der jeweiligen Wehr folgte meist lauter Beifall und Jubel aus dem Publikum. Dank den mitgereisten Scheideldorfern war das bei unserer Gruppe natürlich ebenso. Nach der Meldung beim Bewerter wurde vom Stadion-Sprecher für alle Gruppen gleichzeitig der Befehl "Ab jetzt 5 Minuten zum Wegräumen" gegeben.

Nach Ablauf der Frist und Meldung der Kommandanten an die Hauptbewerter kam über die Stadion-Lautsprecher der durch einen Trommelwirbel angekündigte oberösterreichische Angriffsbefehl.

Für die FF Scheideldorf lief es beim Kuppeln nicht so schlecht. Dem Wassertrupp-Führer fiel zwar beim Leinenanlegen der Leinenbeutel hinunter, aber trotzdem war knapp unter 20 Sekunden "angesaugt". Nach vollem Sprint konnte der Wassertrupp bei 35,1 Sekunden "2. Rohr Wasser marsch" geben. Trotz des ohrenbetäubenden Lärms, der sämtliche Kommandos übertönte drehte der Schlauchtrupp-Führer nach kurzem Zögern instiktiv den Verteiler auf. Bei ca. 35,9 Sekunden war der Angriff fertig und die Endposition erreicht. Aus unerfindlichen Gründen wurde die Zeit erst bei 38,03 Sekunden durch den Bewerter gestoppt. Der Angriff war zwar fehlerfrei, aber das Handy-Cap von 2 Sekunden, das sich erst anhand des Bildmaterials genau eruieren ließ, konnte man nicht mehr wettmachen.

Beim Staffellauf war man in Summe gesehen mit einer Zeit von 54,00 Sekunden im guten Mittelfeld platziert. Angriff + Staffellauf führten zu 407,97 Punkte was in Bronze A (152 Bewerbsgruppen) den 60. Platz brachte.

Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass Angriffstruppführer LM Harald Kohl 5 Tage vor dem Bewerb beim Radfahren von einem PKW angefahren und gegen eine Straßenlaterne geschleudert wurde. Gegen die Schmerzen der Prellungen und Abschüfungen nahm er Schmerzmittel, um der Wettkampfgruppe ein Antreten bei den Bundesbewerben zu ermöglichen. Für diesen Einsatz sei ihm hier nochmal besonderer Dank ausgesprochen!

 

Nach einer kurzen Verschnaufpause und einer kühlen Erfrischung im Festzelt ging es - aufgrund der Tatsache, dass die Mittagspause für die Bewerter verkürzt wurde - um 15:00 Uhr beinahe pünktlich zum 26. Durchgang, bei dem die FF Scheideldorf in Silber A auf Bahn 3 starten durfte.

Es wurden folgende Positionen gezogen:

GK Harald Kohl  
MA Klaus Kaburek ME Jürgen Kaburek
ATF Manfred Rabl ATM Christoph Hartner
WTF Mathias Etzler WTM Roland Kaburek
STF Hermann Kampf STM René Hartner

Da die Auslosung der Positionen nicht gerade eine optimale Besetzung hervorbrachte, war die Angriffszeit in Silber nur 41,26 Sekunde, aber zumindest fehlerfrei. Unbeirrt durch dieses Resultat, das nicht ganz den Erwartungen entsprach, gab man beim Staffellauf nochmal sein Bestes. Mit der Bahn war man nun schon etwas vertrauter und die Übergaben klappten gut. Am Start konnte sich Jürgen Kaburek in Führung setzen und dieser Vorsprung wurde von der Gruppe verteidigt und von René Hartner ins Ziel gebracht.

Die Staffellaufzeit von 53,87 Sekunden ergab mit der Angriffzeit 404,87 Punkte und den 33 Gesamtrang von 118 Gruppen in Silber A.

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